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Donnerstag, Februar 02, 2006

Sex Offender - The Map

Offenbar hat die Einführung von Google Earth ein Bedürnis geweckt, das bislang nicht bekannt oder zumindest grob fahrlässig unterschätzt wurde. Dabei gab es ja schon kurz nach der Erfindung des WWW Versuche, virtuelle Abbilder von Städten mit Werbung vollzumüllen, aber entweder war die Zeit noch nicht reif oder es fehlte einfach der reale Bezug via Satellitenbild mit Guck-Ma-Da-Wohnt-Tante-Erna-Effekt.

Zeitgleich mit dem neuen Google-Feature wurden Stimmen laut, die mit dieser Technik einen weiteren Schritt in Richtung Gläserner Bürger getätigt sahen. In den USA ist dies jetzt mit Family Watchdog zumindest für Leute, die sich an Kindern vergangen haben, etwas realer geworden. Hier kann man sich alle Sex Offender, die in der Nähe der eigenen Wohnung leben, auf einer Karte durch kleine, rote Kästchen anzeigen lassen. Klick man diese an, gibt's neben der genauen Adresse und weiteren körperlichen Merkmalen auch ein nettes Bild.

Der Amerikaner an sich findet Öffentlichkeit ja eigentlich super. Schon von Kindesbeinen an muss er vor allen aufstehen, die Hand auf's Herz leben, Zeugnis ablegen und sich anglotzen lassen. Vielleicht prädestiniert ihn das auch eher für diese Wiedereinführung des Prangers, der seit Mitte des 19 Jahrhunderts weltweit geächtet wird.

Das Problem an dieser ganzen Geschichte ist natürlich ihre Ambivalenz. Unzweifelhaft ist es sinnvoll, solchen Leuten aus dem Weg gehen zu können und je mehr Informationen man hat, desto besser kann man seine Kinder vor diesen Schweinen schützen. Aber was war das nochmal mit der Würde jedes Menschen, die unantastbar ist? Wurden nicht für Leute, die nicht mehr sozial tragbar sind, diese Gefängnisse gebaut?

Und vor allem: Öffnet das nicht dem protofaschistoiden US-amerikanischen Gesinnungskontrollzwang ganz neue Möglichkeiten? Ich bin sicher, der nächste Patriot Act liegt schon in dem Schubläden und wer weiss, welche privaten Informationen sich dann so anklicken lassen werden - und wenn auch nur von behördlicher Seite.

1 Comments:

At 7:51 nachm., Blogger The Captain said...

In Hamburg gibt es ja einen Innensenator, der würde das ganz toll finden, was die Amis da machen. Aber damit ist er zum Glück ziemlich alleine. Wir gehen in Deutschland ja mit dem Resozialisationsgedanken ja recht weit, so dass man noch nicht mal in der Zeitung schreiben darf, das wer wegen sowas eingesessen hat, auch wenn er einen Kindergarten aufmacht. aber das finde ich denn dann doch noch besser. Denn leider sind die sogenannten Kinderschänder ja leider meistens selber die armsten Schlucker. ich weiß nicht was ich tun würde, wenn ich so einem begegnen würde, zumal ich selbner Kinder habe, aber ich finde den Gedanken zu helfen , nunja etwas zivilisierter als die Prangerei. Denn wer sich da im Netz wiederfindet wird wohl kaum den Hauch einer Chance auf ein weiteres Leben haben.

aber was soll man schon von einem Land erwarten, das einen schwerkranken 76-jährigen hinrichtet. Nachdem er weit über 10 Jahre in der Death Row saß. Gut jetzt, das ist hier nicht mein Blog.

 

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