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Mittwoch, Februar 22, 2006

KC McKanzie vs. Julia Noack

Gestern abend haben KC McKanzie und Neuberlinerin Julia Noack in der Galerie Antje Öklesund gespielt. Sowas habe ich ja lange nicht mehr gesehen und hatte vermutet, dass es das auch nicht mehr gibt. In der Rigaer Strasse befindet sich ein ehemaliges Fabrikgelände, über dessen Hof man einmal quer zu einer rostigen Metalltür mit einer roten Laterne drüber geht. Dann schaut man in einen Raum und sieht ein Loch, das jemand wohl in die gegenüberliegende Wand gehauen hat:



Durchgeklettert kommt man in einen Gang, in dem sich links eine weitere rostige Metalltür befindet, hinter der ein paar alte, unrenovierte und mit Rohren und ähnlichem alten Krempel bestückte Räume sind, welche dann auch die Galerie bilden. Erinnerte mich sehr an alte Lieblingsbars wie das Kunst & Technik. War auch genauso kalt. In der Mitte des Raums stand ein alter Citroen und KC erzählte später, das Julia das Auto unbedingt in der Galerie haben wollte und sie es am Abend eigenhändig reingeschoben hätten. Whatever.



Da ich nun also KC beim Gig mit Markus Rill wegen Reizüberflutung nicht richtig mitbekommen habe, wollte ich sie eh gerne nochmal live sehen; und Julia Noack? Wer zur Hölle ist Julia Noack? Einen kurzen Besuch auf ihrer website später hatte ich eine Ahnung, wer Julia Noack ist: Eine der besten Sängerinnen, die ich seit langem gehört habe. Und Songs schreiben kann sie nicht minder gut, was dazu führte, das ich My Love Isn't With Me Tonight noch ca.120 Mal an diesem und den darauf folgenden Tagen hören musste. Live ist das ja immer noch eine andere Geschichte, aber ich sollte mir keine Sorgen machen - Auf der Bühne ist sie, wenn auch solo an diesem Abend, eher noch besser.



Während diese aber eher der klassisch-amerikanischen Songwriterschule mit gelegentlichem Countryeinschlag verpflichtet ist (was auch an ihrer Stimme liegt), geht's bei KC McKanzie eher folkiger zu. Bislang fand ich sie immer ein wenig zu nah an Gillian Welch, aber diesmal schien sie mir weitaus freigeschwommener und war trotz eines erdnussinduzierten Stimmproblems wirklich exzellent. Ihr Bassist Joe Budinski konnte leider nicht (er kam gegen Ende des Konzertes, guckte auf die Bühne, guckte zu mir und wollte wissen, wo das Bier war), aber dadurch war es eine eher noch intimere Veranstaltung.



Super Konzert, super Abend.

Julia Noack spielt am 16.03.im Artenschutztheater, wo ich ja auch schon mit den Dead Flowers gespielt habe (gibt's uns eigentlich noch?)