Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Mittwoch, September 21, 2005

Das beste Tattoo der Welt.

Ist schon ein paar Jahre her. Ich wohnte noch noch bei meinem Vater in einem verschissenen Dreckskaff zwischen Köln und Bonn und ging eigentlich nie zu Aldi, an diesem Tag tat ich es, warum, ist mir entfallen. Ich ging also in den Laden, schob versonnen mein Wägelchen den Gang entlang, und da sah ich ihn. Vom Äusseren her vermutete ich mal ganz stark, dass er seinen Lebenunterhalt auf dem Bau verdiente. Er war ca. 50 Jahre alt, hatte eine Art Flanellweste an und stand mit seinen ca. 130 Kilo und den ultrakurzen Haaren vor einer Palette mit "Karlskrone"-Dosen. Mittlerweile werden die ja, glaube ich, komplett stillos in Plastikflaschen angeboten, was ja auch ganz gut zu Aldi passt. Ich passierte mit meinem Wagen seinen Rücken und warf noch einen Blick nach rechts - und da war es: Das Beste Tattoo Der Welt. Mitten auf diesem riesigen Oberarm hatte jemand im besten Knacki-Style mit blauer Tinte und offenbar nur einer blassen Erinnerung als Vorlage die Umrisse einer Bierdose gestochen. Und hatte es geschafft, auch noch den Karlskrone Schriftzug zu imitieren, wenn dieser gegen den Rand hin auch arg gequetscht werden musste. Aber er war lesbar.

Ich dachte während dieser Zeit häufiger mal daran, mir selber ein Tatto stechen zu lassen, musste mir aber eigentlich eingestehen, dass mir nichts gleichzeitig wichtig UND cool genug wäre, als das ich es der Welt mittels meines Körpers mitteilen müsste. Nach diesem Erlebnis allerdings hatte ich mich von dem Gedanken endgültig verabschiedet. Noch ehrlicher kann man wohl kaum werden. Und ein Tattoo, das hat doch irgendwie viel mit, ähh, Authentizität zu tun. Dachte ich jedenfalls. No?

2 Comments:

At 7:47 nachm., Blogger Donner said...

da kann ich fast gegenhalten, denke ich. aber auch nur fast. ich hab nen kerl getroffen, der dem von dir beschriebenen herrn wohl ziemlich ähnlich sah. mir viel ein Strichcode-tattoo an seinem unterarm auf. da ich sowas auch mal vorhatte fragte ich ihn, ob das ein originaler strichcode wäre, und zu welchem produkt er gehöre. antwort: 0.5 liter flasche hansapils. das im zusammenspiel mit dem, ebenfalls in knast-manier mit nadel und tinte gestochenene, "jonnie Cash" (so geschrieben) schriftzug im nacken machte mir den netten herrn auf anhieb sympathisch. sein kumpel hatte übrigens ein dickes, in altdeutscher schrift gehaltenes, mit flammen unterlegtes "RUHRPOTT" im nacken. solche leute trifft auch echt nur in dortmund, glaube ich!

 
At 12:28 vorm., Blogger The Haarbüschel said...

Naja, so ein Hansa-Strichcode lässt ja schonmal ab abstrakte Denkfähigkeit schliessen. Jonnie Cash und Ruhrpott allerdings sind wirklich sehr weit vorne. Respekt!

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home