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Donnerstag, August 10, 2006

Musik und kleine Brötchen, ca.2010

(als reply zur Diskussion bei Spreeblick gepostet)

Wie man mit Musik in Zukunft Geld verdienen will: Das ist ein Thema, an dem sich seit langem viele schlaue Menschen abarbeiten und z.B. auch mit interessanten Ideen aufwarten. Aber die Grand Unifying Theory, der grosse Gegenentwurf zur Plattenindustrie war bislang nicht dabei, und das wird wohl auch seine Gründe haben.

Da die Menge an Musik immer mehr wird und sich die Vertriebswege und die Medien, über die sich Menschen über Musik informieren immer weiter diversifizieren, wird m.E. die Bedeutung der Filter immer grösser. Das Problem sehe ich daher eher bei der Frage, was man tun muss, um an den Filtern vorbeizukommen oder wie man sie perfekt bedient, damit steht und fällt m.E. jedes Geschäftsmodell. (Wobei natürlich auch mehr Nischen enstehen werden, d.h. man muss nicht immer überall ganz oben dabei sein)

Das setzt natürlich voraus, das man weiss, was diese Filter sein werden. Bislang hatte man z.B. als kleines Rock/Pop-label ohne grossen finanziellen Background eine überschaubare Zahl an Multiplikatoren: Das sind die 5 Musik-Mags und die paar Radioprogramme, die bemustert werden; in den letzten Jahren vielleicht auch noch 10 online-Angebote.
Dort war man ohne Geld dann zumeist vom Wohlwollen oder dem Grad der Kumpeligkeit mit den jeweilen Redateurinnen/Redakteuren anhängig. (Mit Geld geht's eh nur über Payola, das war schon immer so und ist ja auch bekannt.)

Ich vermute, dass die Zukunft vor allem mehr Medien produziert, die ebenfalls eine Filterfunktion haben werden; vielleicht sogar user-generiert, wie z.B. ratings. Der Trend, der zum grossen Teil den Niedergang der Musikindustrie verursacht hat, könnte weiter fortschreiten und zur Folge haben, dass das Marketing mit überschaubarem finanziellen Einsatz aus dem Bedienen vieler kleiner Fronten bestehen wird, die evtl. alle ihren eigenen Gesetzen gehorchen.

Das von Musik in Zukunft immer weniger Menschen werden leben können, scheint mir unausweichlich. Der administrative Teil des Musikgeschäfts wird immer kompakter werden, Manager werden Booker und Promoter und am Ende vielleicht sogar Labelmanager. Letztenendes ist aber immer das Produkt, an dem die Vermarktung ausgerichtet sein muss; Gießkanne ist nicht mehr, die Nischen müssen immer exakter bestimmt/geschaffen und verteidigt werden. Die Verzahnung der Bereiche wird wahrscheinlich eine immer grössere Bedeutung gewinnen, dazu kommen noch Co-Ops, Sponsoren und Affiliations, denn ohne networking und nischenübergreifende Promotion-Versuche werden die kleinen Inseln ganz schnell ZU klein.

Was die GEMA betrifft: Eine gute Sache. Eines der Dinge, die sie aber ganz schnell ändern muss, ist der Verzicht auf die Vertretung des Gesamtwerkes des Künstlers. Flexiblität ist wohl das Attribut, dass das künftige Marketing am besten beschreibt, und das wird zum grossen Teil auch mit dem Umgang der Songs verbunden sein. Deshalb muss es dem Urheber umgehend möglich gemacht werden, bestimmte Teile seines Werkes GEMA-frei handhaben zu können.

Myspace und Co. sind alles interessante Dinge, aber ich bezweifle, das eines von den Angeboten irgendwann normative Macht erlangt. Ein neues Medium, eine neue Schnittstelle, an die man sich anschliessen muss.

1 Comments:

At 12:49 nachm., Blogger Boogie said...

Word. Ich vermisse in deinen Beiträgen nur eins: die gestrichelte Linie unten rechts. Zum Unterschreiben.

 

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