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Donnerstag, Mai 11, 2006

Kannibalen-Content

Laut Radio vorgestern wirft das Gericht Armin Meiwes fehlende Reue vor, was meiner Meinung nach eine in seinem Fall bizarre Forderung ist. Das erinnerte mich an einen Text von Slavoj Zizek:

"In dieser Hinsicht unterscheidet sich die subjektive Position des Perversen deutlich von der des Zwangsneurotikers und von der des Psychotikers. Sowohl der Perverse als auch der Zwangsneurotiker sind Gefangene ihres frenetischen Tuns im Dienste des Anderen; der Unterschied ist jedoch, daß die zwangsneurotische Tätigkeit den Anderen vor seinem Genießen bewahren will (d.h. die "Katastrophe", deren Ausbruch sein Tun verhindern soll, ist im Grunde das Aufwallen des Genießens im Anderen), während der Perverse arbeitet um sicherzustellen, daß der "Wille zum Genießen" des Anderen befriedigt wird. Deshalb ist der Perverse auch frei von den ewigen Zweifeln und Schwankungen des Zwangsneurotikers: Er nimmt es einfach als Selbstverständlich hin, daß sein Tun dem Genießen des Anderen dient.

Der Psychotiker hingegen ist selbst Gegenstand des Genießens des Anderen, seine "Ergänzung" (wie Schreber, der berühmte Paranoiker, der sich selbst als Gottes Sexualpartner betrachtete): Der Andere arbeitet an ihm, im Gegensatz zum Perversen, der nur ein Instrument, ein neutrales Werkzeug ist, das für den Anderen arbeitet"

Slavoj Zizek: Der Hitchcocksche Schnitt, in: Was Sie immer schon über Lacan wissen wollten und Hichcock nie zu fragen wagten, FFM 2002


Zizek führt weiter aus, das hier auch Lacans Bruch mit dem de Sade'schen Begriff des Sadismus deutlich wird:

"Gemäß diesem Begriff nimmt der "sadistische Perverse" die Position des absoluten Subjekts ein, das sich das Recht anmaßt, über den Körper des Anderen ohne Einschränkung zu verfügen. Er reduziert den anderen auf ein Objekt-Instrument zur Befriedigung seines Willens zum Genießen. Lei Lacan hingegen ist der Sadist selbst in der Position des Objekt-Instruments."
ebd.

3 Comments:

At 8:40 nachm., Anonymous Anonym said...

Erst so wirklich schön fand ich die BBQ-"Plus"-Werbung, die einen beim Lesen des Artikels ins Auge geschossen wird!

 
At 8:51 nachm., Blogger The Haarbüschel said...

Ha, das ist ja super! Bei mir komt immer nur air berlin oder sowas. Es lebe die Kontextbezogene Werbung!

 
At 5:32 nachm., Anonymous Anonym said...

Igitt, ich schrub "einen"! Zur Strafe schreib ich es jetzt dreimal:
EINEM EINEM EINEM!
Fürchterlich!

Ja, Martin, einfach öfter versuchen, dann hast auch Du bald Glück! ;)

Sonnengruß aus Hamburg!

 

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