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Montag, Juli 10, 2006

Tiefflug

Der Keks und ich leben direkt unter der Einflugschneise von Tempelhof. Wenn ich auf der Hermanstraße stehe und im richtigen Moment hoch schaue habe ich manchmal den Eindruck, ich könnte mit genügend Anlauf das Fahrwerk erreichen. Im Innenhof ist das Erlebnis noch intensiver, der Lärm der grossen Maschinen wird durch die Hauswände reflektiert und dadurch so laut, das ich manchmal fühlen kann, wie mein Körper gerne eine Flucht- und Panikreaktion einleiten würde.

Mit etwas Glück, wenn die Flugzeuggrösse, die Höhe und die Geschwingigkeit stimmen, kann ich die Luftverwirbelungen bis zu 30 Sekuden nach Überflug noch hören. Erst sammeln sie sich oben, werden dann rasch lauter und verwirbeln sich an den Hauswänden, wobei die Lautstärke in schnellem Wechsel an- und abschwillt. Als ob Gott mit einem Staubsauger über die Dächer gehen würde.

Mir macht das nichts aus, es sind nur wenige Maschinen, die tagsüber den Flughafen anfliegen, und nur die grösseren kriege ich überhaupt noch mit. Das galt aber nur bis ca. letzte Woche. Vor allem seit Samstag überfliegt fast alle zwei Minuten ein Flugzeug unseren Balkon und icn kann langsam verstehen, warum die Wohnung so billig ist. Trotz Nachtflugverbot kann ich sie bis ein Uhr Nachts hören, und das jede Nacht. Nein, ich schreibe jetzt nichts zur WM, aber ich hoffe, dass das jetzt wieder auf das normale Maß zurückgefahren wird.

Sonntag ist die Liebste mit mir nach Birkenwerder zum Mückentotschlagen Spazierengehen nach Birkenwerder gefahren, die Autobahn führt südlich direkt am Flughafen entlang und der Anblick des Flugfeldes war wirklich beeindruckend: Es war einfach alles voller Privatjets!

Aber es ist schon Abhilfe gefunden, sollte es mal zu Leise werden: Das italienische Restaurant ein paar Häuser weiter wird derzeit von Afrikanern genutzt, die gerne mal bis spät in die Nacht vor dem Laden herumkrakeelen. Dit is Neukölln, wa.

4 Comments:

At 9:49 vorm., Anonymous Kulle said...

Das zehnfache des normalen Verkehrs, las ich heute in der Fachzeitschrift für Neukölln, der Süddeutschen. Wenn man das dort abgebildete Photo der geparkten Privatflieger sieht, könnte man auf die Idee kommen, das irgendwas mir der Verteilung des Geldes im Argen ist.

 
At 1:12 nachm., Anonymous Anonym said...

Ein weniger spiritueller Mensch würde den von Dir beschriebenen Effekt - Klugscheißermodus auf Turbostart - u. U. "Dopplereffekt" nennen - Klugscheißermodus aus. Ist so ziemlich das Einzige an das ich mich aus dem Physikunterricht erinnere. Aber "Als ob Gott mit einem Staubsauger über die Dächer gehen würde" ist natürlich hübscher ausgedrückt.
Und Privatjets...nunja. Jedem seinen, meinetwegen. ich stehe eher auf Hubschrauber.

Rembert

 
At 1:19 nachm., Blogger The Haarbüschel said...

Ich wage zu widersprechen, Sgt. Auch, wenn mich die Welt der technischen Zusammenhänge jedesmal nach Hause schickt, wenn ich mal anklopfe, meine ich doch, das das sich der Dopplereffekt eher wie iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiauuuuuuuuuuuuuuuuuuu anhört. Die Luftverwirbelungen machen aber eher chuchiiiuchuuuchiii. Wenn sie verstehen.

 
At 11:26 vorm., Anonymous Anonym said...

Dasjaniedlich. Wenn ich hier etwas übers Haus fliegen hätte das chuchiiiuchuuuchiii macht, würde ich meinen Balkon an Geräuschfetischisten vermieten. Für sowas muss es doch 'nen Markt geben. Übrigens: Das Oberweserbergland war ehedem ein Tiefflugübungsgebiet für Kampfjets. Mit reichlich Anflug- und Fake-Schusszielen wie AKW Würgassen. Kein Wunder, dass ich ein nervliches Wrack bin.
Bis dann mal so'n Phantom in vier Kilometer Luftlinie vom AKW entfernt sich in ein Maisfeld bohrte.
Rembert

 

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